Gesundheitstipps

Allergietests

Ist es die letzte Erkältung des Winters oder doch schon der Heuschnupfen? Wenn im April die Augen jucken und die Nase läuft, dann liegt’s meist an den Pollen, denn immerhin sind - so die Schätzung des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen - etwa 15 Prozent der Bundesbürger von einer Allergie gegen Blütenstaub betroffen.

Es gibt aber außer den verschiedensten Pollen noch etliche andere Substanzen, welche die unangenehmen allergischen Symptome auslösen können, z.B. Tierhaare, zahlreiche Nahrungsmittel, Hausstaub, Schimmelpilze oder Insektengift. Daher ist es oft gar nicht so einfach herauszufinden, welches der vielen möglichen Allergene die Beschwerden verursacht.

Zunächst wird der Arzt mit Hilfe einer gründlichen Befragung versuchen, den Kreis der potentiellen Allergieauslöser einzugrenzen. Er erkundigt sich beispielsweise danach, wann und wie stark die Beschwerden aufgetreten sind, ob Kontakt zu Tieren besteht und ob die Symptome sich in bestimmten Situationen, z.B. beim Bettenmachen, verstärken.

In manchen Fällen reicht schon die sorgfältige Anamnese, um das Allergen zu erkennen und die entsprechende Behandlung einleiten zu können. Hilfreich ist es, wenn die Patienten schon im Vorfeld des Gesprächs notieren, wann und unter welchen Umständen die Symptome aufgetreten sind.

Oft möchte der Arzt das Allergen allerdings noch genauer identifizieren, z.B. um eine spezifische Immuntherapie einleiten zu können. Dafür stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung: Hauttests, Blutuntersuchungen und Provokationstest.
Der Prick - Test ist der am häufigsten angewendete Hauttest. Dabei werden Tropfen einer Allergenlösung auf den Arm aufgetragen, durch die der Arzt dann mit einer feinen Pricklanzette in die Haut sticht. Besteht eine Allergie gegen die entsprechende Substanz, zeigt sich nach etwa 20 Minuten eine Quaddel. Das gilt auch für die drei folgenden Tests.
Beim Scratch - Test wird die Haut durch die aufgetragene Testlösung hindurch oberflächlich angeritzt.
Wenn das Allergen mit einer feinen Nadel in die Haut gespritzt wird, spricht man vom Intrakutan - Test.
Das Allergen bzw. originales Testmaterial (z.B. Tierhaare) wird beim Reib - Test kräftig aus der Haut des Unterarms hin- und hergerieben. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für stark sensibilisierte Patienten.
Beim Epikutan - Test (Pflaster - Test), bei dem ein mit allergenhaltigen Substanzen getränktes Pflaster auf die Haut (meist am Rücken) geklebt wird, hat man das Ergebnis nicht ganz so schnell. Nach ein bis drei Tagen prüft der Arzt, ob eine Hautreaktion erfolgt ist. Auf diese Weise kann man die Auslöser von Kontaktekzemen, etwa Nickel, identifizieren.
Für einen Bluttest wird eine Blutprobe entnommen und im Labor auf spezifische Antikörper, die eine Allergie anzeigen können, untersucht.
Mit einem Provokations - Test kann man ganz gezielt die krankmachende Wirkung eines Allergens nachweisen: Die in Frage kommende Substanz wird direkt "vor Ort" gebracht: Sie wird z.B. auf die Nasenschleimhaut gegeben und löst dort allergische Symptome wie Schnupfen und Juckreiz aus. Auch bei den Verdauungsorganen und an den Atemwegen kann man so eine Reaktion provozieren. Ein solcher Test ist allerdings nicht ungefährlich, da es u.a. zu einem Asthmaanfall oder zum lebensbedrohlichen Schock kommen kann. Deshalb sollte er nur von in Notfallmaßnahmen erfahrenen Medizinern durchgeführt werden.

Blutdruck

Mit jedem Schlag pumpt unser Herz Blut in das Kreislaufsystem. So entsteht im gesamten Gefäßsystem ein Druck, der dafür sorgt, dass das Blut zirkuliert und auch die kleinsten Gefäße erreicht. Die Höhe des Blutdrucks ist u.a. abhängig von der Pumpleistung des Herzens sowie dem Tonus (der Muskelspannung) und der Elastizität der Gefäßwände.
Zieht sich das Herz zusammen, wird das Blut mit verstärktem Druck in die Arterien gepumpt; dabei ergibt sich der höhere (systolische) Wert. Entspannt sich das Herz wieder, sinkt der Druck, und der niedrigere (diastolische) Wert wird angezeigt. Blutdruckwerte werden in der Maßeinheit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Ende der neunziger Jahre Werte unter 130/85 mm Hg als normale Blutdruckwerte definiert. Liegt bei mehreren Messungen der systolische Wert über 140 mm Hg und der diastolische über 90 mm Hg, spricht man von Bluthochdruck.
Viele Menschen merken gar nicht, dass sie einen zu hohen Blutdruck haben. Erste Anzeichen können z.B. Herzklopfen, Schlafstörungen, Sehstörungen, Schweißausbrüche, Atemnot bei Belastung oder Kopfschmerzen sein. Falls Beschwerden dieser Art auftreten, werden sie häufig nicht wahrgenommen oder heruntergespielt.
Oft wird die Erkrankung eher zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt. Mediziner empfehlen, dass jeder seinen Blutdruck wenigstens ungefähr kennen sollte und ihn bei Gelegenheit (Arzt- bzw. Apothekenbesuch) überprüfen lassen soll.
Bluthochdruck schwächt das Herz und überlastet die Gefäße. Diese werden dadurch anfälliger für arteriosklerotische Veränderungen. Bluthochdruck gilt als wichtigster Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt.
Der Arzt kann zu hohen Blutdruck mit Medikamenten behandeln. Bei milden Formen reicht oft schon eine Änderung der Lebensweise: Abnehmen, auf eine gesunde Ernährung achten, mehr Bewegung, weniger Alkohol und möglichst das Rauchen aufgeben.
Um den Behandlungsverlauf zu überprüfen, sollte der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. Viele Patienten messen selbst zu Hause mit einem einfach zu bedienenden Handgelenk- oder Oberarm - Messgerät.
Die Messung sollte immer zur gleichen Tageszeit erfolgen - am besten morgens vor dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen. Man misst nach zwei bis drei Minuten ruhigen Sitzens in entspannter Haltung und ohne dabei zu sprechen oder zu essen. Die Messstelle sollte in Herzhöhe sein, da sonst die Werte fehlerhaft sein können. Das Ergebnis wird in eine Tabelle eingetragen, in der man auch besondere Ereignisse (Aufregungen, Ärger, Reisen etc.) vermerken kann. Der Arzt kann daraus wichtige Schlüsse für die weitere Behandlung ziehen.
Am besten lässt man sich ausführlich vom Arzt oder in der Apotheke beraten, denn nicht jedes Gerät ist für jeden Patienten gleichermaßen geeignet. Wer sich für ein praktisches Handgelenk - Messgerät interessiert, sollte zunächst eine Vergleichsmessung mit dem Oberarm - Gerät durchführen lassen. Nur wenn die gemessenen Werte nicht um mehr als 10 mm Hg differieren, ist ein Handgelenkgerät geeignet. Auch muss die Manschette gut passen. Die richtige Bedienung des Geräts zeigen wir Ihnen gern ausführlich bei uns in der Apotheke.

Blutzucker

griech. = honigsüßer Durchfluß

Der Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, die durch einen Insulinmangel und/oder eine Insulinresistenz gekennzeichnet ist mit der Folge eines (krankhaft) erhöhten Blutzuckerspiegels.
Ohne könnten wir nicht leben. Denn Zucker ist der Treibstoff, aus dem die Körperzellen lebenswichtige Energie gewinnen.
Diese Energie wird in Form von Nahrung , d.h. über die Kohlenhydrate (z.B. Stärke in Kartoffeln, Zuckerstoffe) zugeführt. Im Magen und oberen Dünndarm werden diese Stoffe dann in immer kleinere Bausteine "zerlegt" .Im Verdauungstrakt werden die Zuckerstoffe in Traubenzucker aufgespalten.
Der Traubenzucker, lateinisch Glucose, ist ein Einfachzucker, der über die Darmwand ins Blut gelangt.
Doch das Blut ist lediglich das Transportsystem. Wie das Benzin dosiert in den Motor des Autos geleitet werden muss, so muss der Treibstoff Zucker direkt in die Zellen gelangen. Denn nur dort wird er "verbrannt" und zu Energie umgewandelt.
Der Körper kann den Zucker nur verwerten, wenn das Hormon Insulin in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Erst das Insulin öffnet die "Zelltore" und ermöglicht dem Zucker, vom Blut in die Körperzellen vorzudringen. Nur dann können die Zellen die nötige Energie gewinnen, Organe ihre Arbeit verrichten und Muskeln Kraft entfalten.

Cholesterin Allgemein

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die in ausreichender Menge vom Körper selbst hergestellt wird. Cholesterin ist Bestandteil aller Zellen (Zellwände) und Ausgangsstoff für die Bildung von Hormonen, Vitaminen und die für die Verdauung der Nahrung unverzichtbaren Gallensäuren.
Ernährungshinweis: Cholesterin findet sich nur in tierischen Fetten!
Triglyzeride werden überwiegend mit der Nahrung in Form von tierischen und pflanzlichen Fetten aufgenommen. Sie liefern dem Körper notwendige Energie (900 kcal/ 100g Fett).
LDL - der "böse" Cholesterintransport

LDL = Low Density Lipoproteins
LDL bringt Cholesterin zu den verschiedenen Organen des Körpers, wo es über spezielle Aufnahmestellen, die so genannten Rezeptoren, in die Zellen eingeschleust wird. Ist das Cholesterinangebot größer als die Aufnahmekapazität der Zelle, kann LDL in den Gefäßwänden abgelagert werden. Im Laufe der Zeit wird das Gefäß immer enger, es kommt zur Arterienverkalkung (= Atheriosklerose) als einem der wichtigsten Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen.
Deshalb sollte die LDL- Cholesterinkonzentration im Blut möglichst niedrig sein.


HDL - der "gute" Cholesterintransport

HDL = High Density Lipoproteins
HDLs sind dagegen nützliche Cholesterintransportformen. Sie nehmen überschüssiges Cholesterin aus den Körperzellen und dem Blut auf und bringen es zur Leber zurück. HDL kann auch bereits an den Gefäßwänden gebundenes Cholesterin wieder herauslösen. Es leistet damit einen entsprechenden Beitrag zur Verhinderung der Gefäßverkalkung.
Daher gilt: je mehr HDL, desto besser.
falsche Ernährung:

  • viel Fett: Butter, fettes Fleisch, fette Wurst- und Käsesorten
  • viel Cholesterin: Eigelb, Innereien, Fleisch- und Wurstwaren, fette Milchprodukte
  • wenig Ballaststoffe: wenig Vollkornprodukte, Gemüse, Obst
  • viel tierisches Eiweiß

Weitere Faktoren für einen erhöhten Blutfettspiegel:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Streß
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Gicht
  • Nikotin aus Zigarettenrauch
  • Alkohol
  • Vererbte Veranlagung

Die Bestimmung des Gesamtcholesterins ist Bestandteil der allgemeinen Vorsorge-untersuchung, die jeder ab dem 35. Lebensjahr in Deutschland alle zwei Jahre durchführen lassen kann und deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

Natürlich können Sie sich auch in Ihrer Apotheke jederzeit testen lassen.

Zur Bestimmung der Cholesterinwerte ist eine Blutabnahme erforderlich. Da nach einer Mahlzeit die Blutfette erhöht sein können, sollte man, um genaue Werte zu erhalten, etwa zwölf Stunden vorher nicht gegessen haben.

Die Höhe der Blutfettwerte ist abhängig vom Lebensalter, Geschlecht, weiteren Risikofaktoren für die Entstehung einer Arterienverkalkung sowie einer bestehenden Vorerkrankung.

Cholesterin und Ernährung

  • Gesunde Ernährung

    • täglich aufgenommene Fettmenge reduzieren
    • "verstecktes" Fett in Wurst, Käse und Kuchen vermeiden; sichtbares Fett von Fleisch und Haut von Geflügel entfernen
    • weniger Lebensmittel tierischer Herkunft (hoher Anteil an gesättigten Fetten)
    • mehr pflanzliche Fette und Öle sowie bestimmte Meeresfische (hoher Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fetten)
    • fettarme Zubereitung der Speisen (z. Bsp. Grillen, Dünsten, Römertopf)
    • cholesterinreiche Nahrungsmittel vermeiden bzw. einschränken (max. 300mg Cholesterin pro Tag)
    • mehr ballaststoffreiche Lebensmittel (mindestens 35g Ballaststoffe pro Tag)

  • Normalgewicht (= Körpergröße in cm - 100) bzw. Idealgewicht (= Normalgewicht - 10%) anstreben
  • Regelmäßige körperliche Bewegung (insbesondere Ausdauertraining: z. Bsp. Laufen, Radfahren)
  • Alkohol und Nikotin einschränken bzw. ganz darauf verzichten
  • Blutdruck senken
  • Streß nach Möglichkeit vermeiden

Fett:
pflanzlich vor tierisch- flüssig vor fest! Pflanzliche Fette enhalten im Gegensatz zu tierischen kein Cholesterin. Sie sind außerdem größtenteils aus ungesättigten, gesunden Fettsäuren (flüssig, ölartig) aufgebaut. Allgemein gilt: Je fester ein Nahrungsfett aus dem Kühlschrank kommt, desto höher ist der Gehalt an gesättigten Fettsäuren; je weicheres ist, desto mehr ungesättigte Fettsäuren enthält es. Bevorzugen Sie generell gekochte, gegrillte oder gedünstete Speisen gegenüber frittierten, gebratenen oder mit Käse überbackenen.

Vorsicht vor versteckten Fetten!
Sie sind in Lebensmitteln enthalten, denen man ihren Fettgehalt auf den ersten Blick nicht immer ansieht. Diese geheimen Dickmacher und Cholesterinbomben gilt es zu erkennen und zu meiden. Hilfreich ist dabei der Blick auf das Etikett der Verpackung, auf dem die Zusammensetzung und damit auch der Fettanteil angegeben ist.

Cholesterin meiden!
Pro Tag nicht mehr als 0,3g Cholesterin = ein Hühnerei! Nahrungsmittel mit dem höchsten Cholesteringehalt sind: Eier (ca. 200mg/100g), Schweineleber (340mg/100g), Kalbsniere (380mg/100g), Biskuit (250mg/100g), Butter (230mg/100g), Mayonnaise (140mg/100g), Eierteigwaren (90- 150mg/100g), Schlagsahne (90mg/100g), Doppelrahmfrischkäse (84mg/100g), Bratwurst (65-100mg/100g), Speck (60- 70mg/100g).

Stärke und Ballaststoffe statt Zucker!
Neben den gesunden Kohlenhydrat- Lieferanten gibt es auch ungesunde, die man sich nur hin und wieder in geringen Mengen gönnen sollte. Dazu zählen Schokolade, Eiscreme, Kuchen und Torten, Chips und Limonaden...Quellfähige Ballaststoffe (in Hülsenfrüchten, Obst, Naturreis...) besitzen die Fähigkeit, Gallensäure zu binden und mit dem Stuhl aus dem Körper zu befördern. Dabei wird Cholesterin verbraucht und so der Cholesterinspiegel im Blut gesenkt.
Regelmäßiges Ausdauertraining erhöht das "gute" HDL- Cholesterin und senkt das "schlechte" LDL- Cholesterin. Ursache dafür ist eine günstige Beeinflussung verschiedener Enzyme, die für den Abbau der Lipoproteine verantwortlich sind. Außerdem sorgt Sport für ein seelisches Gleichgewicht, hilft den Blutdruck zu senken und Übergewicht abzubauen.

  • benützen Sie Treppen anstatt Aufzüge und Rolltreppen
  • steigen Sie eine Bushaltestelle früher aus oder parken Sie Ihr Auto nicht direkt vor der Tür und gehen den Rest zu Fuß
  • erledigen Sie kleine Besorgungen mit dem Fahrrad oder zu Fuß
  • Ausdauersportarten bevorzugen (Laufen, Schwimmen, Wandern...)

    • wichtig: Sportart aussuchen, die Spaß macht
    • regelmäßig betreiben: lieber öfter weniger als einmal viel!
    • 3x 30 Minuten pro Woche ideal

Grippeschutzimpfung

Kaum kommt der Herbst, stellen sich auch schon wieder Husten, Schnupfen, Halsweh ein: Lästige Erkältungskrankheiten, die aber meist von selbst und ohne Komplikationen vorübergehen. Meist weniger harmlos ist die echte Virusgrippe ( Influenza ).

Die Erreger, Influenzaviren vom Typ A und B, werden über winzige Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen beginnt die Erkrankung dann ganz plötzlich, mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel-, Kopf- und Halsschmerzen, Schweißausbrüchen und schwerem Krankheitsgefühl.
Relativ häufig kommt es zu Komplikationen wie zusätzlichen bakteriellen Infektionen, vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen wie chronischen Herz - Kreislauf - und Lungenleiden.

Die Behandlung der Grippe richtet sich vorrangig gegen die Symptome wie Fieber und Husten. Seit einigen Jahren können auch Medikamente eingesetzt werden, welche die Vermehrung und Ausbreitung der Viren hemmen. So werden die Symptome gemildert und die Erkrankungsdauer verkürzt. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß die Grippe frühzeitig erkannt wird und die Therapie gleich im Anfangsstadium einsetzt.

Eine Grippe ist zwar in den meisten Fällen nach zwei Wochen überstanden, doch manchmal bleibt noch ein Wochen oder Monate andauerndes Schwächegefühl zurück.

Einen wirksamen Schutz gegen diese schwere Erkrankung bietet die Grippeschutzimpfung.
Da die Viren sich ständig verändern, muß sie jedes Jahr mit dem aktualisierten Impfstoff wiederholt werden.

Kleines Impf-Glossar

Substanz, die vom Körper als fremd erkannt wird und auf die das Immunsystem durch die Bildung von Antikörpern spezifisch reagiert.
Sammelbezeichnung für eine große Gruppe von Proteinen (Eiweißstoffen), die das Immunsystem gegen Antigene bildet. Die Bildung von spezifischen Antikörpern ist zentraler Bestandteil jeder Immunreaktion.
Das Immunsystem bildet beim Kontakt mit einem Erreger (oder Partikeln davon) spezielle Zellen, die bei einer erneuten Konfrontation mit dem Erreger in der Lage sind, diesen rasch zu erkennen und eine gezielte Abwehrreaktion einzuleiten. So kann eine Infektion verhindert werden. Man spricht auch vom "immunologischen Gedächtnis". Die aktive Immunisierung ist das Grundprinzip jeder Impfung. Sowohl Lebend- als auch Totimpfstoffe bewirken diesen Schutz.
Durch die Gabe spezifischer Antikörper gegen einen Erreger wird der Körper vorübergehend gegen diesen immunisiert. Eine solche passive Immunisierung bietet keinen langfristigen Schutz. Sie kann - etwa bei einer Infektion mit Tollwuterregern - als Akutmaßnahme nötig sein, wenn kein Impfschutz besteht.
Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt derzeit in ihrem aktuellen Impfkalender für Säuglinge, Kinder und Jugendliche die Impfung gegen neun Infektionskrankheiten:
- Diphtherie
- Keuchhusten
- Tetanus
- Haemophilus influenzae Typ B
- Hepatitis B
- Poliomyelitis
- Masern
- Mumps und
- Röteln
Gefährdete Säuglinge und Kleinkinder sollen darüber hinaus ab dem 2. Lebensmonat gegen Pneumokokken geschützt werden. Weitere Impfungen, auch für Erwachsene, können bei bestimmten Indikationen, bei Reisen oder zur Auffrischung empfehlenswert sein.
Vorübergehende Erkrankung nach einer Impfung, die therapiebedürftig sein kann. Impfkomplikationen sind selten.
Besteht in der Bundesrepublik Deutschland nicht. Der Staat setzt auf die freiwillige Gesundheitsvorsorge der Bürger.
Harmlose Beschwerden im Rahmen der Immunreaktion nach einer Impfung, meist lokale Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Impfstelle oder leichtes Fieber.
Dauerhafter Schaden durch eine Impfung. Impfschäden sind extrem selten.
Wirkt gegen mehrere unterschiedliche Erreger oder gegen verschiedene Serotypen eines Erregers. So schützt der heute übliche MMR - Impfstoff gleichzeitig gegen die Erreger von Masern, Mumps und Röteln. Für die Impfung im ersten Lebensjahr stehen Sechsfach - Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Die STIKO empfiehlt Kombinationsimpfstoffe, um die Zahl der Injektionen Möglichst gering zu halten.
Enthalten den noch intakten Erreger, der allerdings durch geeignete Herstellungsverfahren so weit abgeschwächt ist, dass er nicht mehr pathogen (krankmachend) ist. Lebendimpfstoffe gibt es z.B. gegen Mumps, Masern und Röteln.
Verschiede Stämme eines Erregers, gegen die das Immunsystem jeweils spezifisch reagiert.
Offizielles Beratungsgremium, dessen Mitglieder vom Bundesgesundheitsministerium in Abstimmung mit den Ländern ernannt werden. Es legt bundesweit den medizinischen Standard für die Impfprophylaxe fest. Eine der wichtigsten Aufgaben der STIKO ist das Aufstellen und die regelmäßige Aktualisierung des Impfkalenders mit detaillierten Vorgaben zu den empfohlenen Impfungen.
Enthalten den abgetöteten kompletten Erreger oder Teile davon, z.B. Oberflächen - Antigene. Totimpfstoffe sind verfügbar gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis A und B, Polio (inaktiviert), Haemophilus influenzae Typ B, Tollwut, Cholera, Pneumokokken.
Andere Bezeichnung für Impfstoff.

Kopfschmerzformen

Rund 165 verschiedene Kopfschmerzformen unterscheiden Experten - doch im medizinischen Alltag sind vor allem ganz bestimmte Formen bedeutsam: an häufigsten treten Spannungskopfschmerzen, Migräne und Schmerzmittelkopfschmerzen auf.

Erste Hinweise darauf, welche Kopfschmerzform vorliegen könnte, gibt unser Fragebogen. Zu beachten ist jedoch, dass es auch Mischformen gibt; d.h. man kann unter mehreren Kopfschmerzformen zugleich leiden. Das Ergebnis des Testes sollte man auf jeden Fall mit dem Arzt besprechen. Hilfreich ist es auch, vor dem Arztbesuch einige Wochen lang ein Kopfschmerztagebuch zu führen, also immer genau zu notieren, wann und unter welchen Umständen die Schmerzen auftraten. In vielen Fällen ist heute bei Kopfschmerzen wirksame medizinische Hilfe möglich. Zur Behandlung werden zum einen Medikamente eingesetzt, zum anderen kann es auch sinnvoll sein, bestimmte Regeln in der Lebensführung einzuhalten und Stress zu reduzieren oder diesen mit Entspannungstechniken bewältigen zu lernen.
Diese häufigste Kopfschmerzform betrifft Frauen etwas öfter als Männer. Kennzeichnend ist ein dumpf - drückender, ziehender Schmerz in beiden Kopfhälften. Der episodische Typ tritt mehrmals im Monat stunden- oder tageweise auf, insgesamt aber an weniger als 15 Tagen. Hat man an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen, spricht man vom chronischen Typ.
Migräne ohne Aura beginnt meist am Morgen mit überwiegend halbseitigen, pulsierenden oder hämmernden Schmerzen im Bereich von Stirn, Schläfen, Hinterkopf oder Nacken. Die Anfälle können bis zu 72 Stunden dauern und von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Gerüchen begleitet sein. 30 Prozent der Betroffenen fühlen sich zwei Tage vor einer Attacke müde, reizbar und verspüren Hunger auf bestimmte Speisen.
Migräne mit Aura gehen neurologische Reizerscheinungen wie Sehstörungen mit Einengungen des Gesichtsfeldes oder Flimmern sowie Sprechstörungen, Drehschwindel, einseitiges Taubheitsgefühl oder Schwäche voraus. Die Aura - Symptome dauern zwischen 30 und 60 Minuten, erst danach treten üblicherweise die Kopfschmerzen auf.
Auch der ständige Gebrauch von Schmerzmitteln kann Kopfschmerzen auslösen. Typisch ist hierbei ein pulsierender oder dumpf - druckender, beidseitiger Schmerz, der den ganzen Tag anhält.
Im folgenden PDF-Dokument finden Sie die wichtigsten Merkmale für die drei Kopfschmerztypen.

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Säure-Basen-Haushalt

Vitalität und Wohlbefinden hängen ganz entscheidend davon ab, dass unser Organismus sich in einer harmonischen Balance befindet. Eine wichtige Rolle dabei spielt ein ausgewogenes Verhältnis von Säuren und Basen. Nur wenn dieser sogenannte Säure - Basen - Haushalt im Lot ist, können alle Stoffwechsel- und Regenerationsprozesse optimal funktionieren.

Doch durch die Verdauung von Nahrung und durch andere im Körper ablaufende Vorgänge werden ständig Säuren gebildet, die zu Schwankungen des Säure - Basen - Gleichgewichts führen. Um diese Schwankungen auszugleichen, sind körpereigene Puffer aktiv: Mit Hilfe von basischen Mineralsalzen werden überflüssige Säuren gebunden und dorthin transportiert, wo sie ausgeschieden werden können, z.B. zur Lunge, zu den Nieren oder zur Haut. Auf diese Weise ist ein relativ konstanter pH-Wert im Blut gewährleistet.
Unsere heutige Lebensweise strapaziert diesen Regulierungsmechanismus jedoch häufig über Gebühr. Aus Zeitmangel gibt’s oft Kantinenessen oder Fastfood - da kommt das Frische zu kurz, oft fehlen Vitamine und vor allem Mineralstoffe, die zum Säureausgleich benötigt werden. Dafür wird kräftig bei eiweißreichen Nahrungsmitteln zugegriffen, z.B. Fleisch, Fisch, Käse und Eiern. Doch Eiweiß ist säurebildend, und so entsteht ganz schnell ein Säureüberschuss. Auch Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Alkohol und Kaffee fördern die Säureproduktion.

Empfehlenswert ist es, reichlich Gemüse, Obst und Salate zu essen. Sie sind mineralstoffreich und helfen, den Säureüberschuss zu neutralisieren. Deshalb sollten sie bevorzugt auf dem Speiseplan stehen. Andere basisch wirkende Lebensmittel sind z.B. Milchprodukte, stilles Mineralwasser und Kräutertee. Es ist sehr wichtig, viel zu trinken, damit die Nieren gut durchgespült und die Säuren ausgeschieden werden können.

Auch körperliche Aktivität hat einen positiven Einfluss auf die Säure - Basen - Balance. Denn dabei kommt es zu tieferen Atmung und damit zu einer vermehrten Abatmung von Kohlensäure. Außerdem wird die Durchblutung angeregt: Kleinste Blutgefäße öffnen sich, so dass Säuren aus Bereichen abtransportiert werden können, die im Ruhezustand kaum erreicht werden. Vor allem Ausdauersportarten wie Joggen, Walken, Skaten und Schwimmen haben diese positiven Effekte.

Ebenfalls wohltuend: öfter in der Sauna schwitzen. Denn auch mit dem Schweiß werden Säuren aus dem Körper herausgeschleust.
Zur Unterstützung der natürlichen Puffersysteme können basenhaltige Mineralstoffprodukte eingesetzt werden. Sie enthalten z.B. Natriumbicarbonat, das überschüssige Säure im Körper schnell neutralisiert, dazu Calcium, Kalium, Magnesium und andere wertvolle Mineralien. Eine kurmäßige Anwendung von basischen Vitalstoffen füllt die Speicher wieder auf, verbessert die Säure - Base - Bilanz und hilft dem Körper, sich zu regenerieren. So bleibt der Säure - Basen - Haushalt im Lot - eine gute Voraussetzung dafür, sich ausgeglichen, aktiv und vital zu fühlen.
Der pH - Wert ist ein Maß dafür, wie sauer oder basisch (alkalisch) eine wässrige Lösung ist. Ist das Verhältnis von Säuren und Basen ausgeglichen, liegt der pH - Wert bei 7, also im neutralen Bereich. Bei werten unter 7 überwiegen die Säuren, bei Werten über 7 die Basen.

In unserem Organismus gibt es Bereiche mit unterschiedlichen pH - Werten. Im Magen herrscht z.B. ein extrem saures Milieu (pH- Wert 1-2), in den meisten Körperzellen liegt der pH - Wert bei etwa 7, und das Blut ist mit einem pH - Wert von 7,4 leicht basisch.

Sodbrennen

Eigentlich ist es völlig in Ordnung, dass der Magen "sauer" reagiert. Schließlich ist es seine Aufgabe, die Nahrung für den weiteren Verdauungsprozess im Darm vorzubereiten und dabei auch die in den Speisen enthaltenen Krankheitskeime unschädlich zu machen. Und das geht nicht ohne die sehr aggressiv wirkende Magensäure. Damit die Magenschleimhaut dabei nicht gleich mitverdaut wird , ist diese mit einer besonderen Schutzschicht versehen. Ein Schließmuskel am Eingang des Magens sorgt dafür, dass der Speisebrei zwar in den Magen hinein -, von dort aber nicht mehr in die Speiseröhre zurückgelangt.
Dennoch passiert das manchmal. Ein solcher Rückfluss - allgemein als Sodbrennen bekannt - kommt bei fast jedem einmal vor und ist trotz der unangenehmen und oftmals auch schmerzenden Beschwerden (saures Aufstoßen, Kratzen und Brennen im Hals und im Brustbereich) noch nicht gleich Anlass zur Sorge.

Wirksame Linderung bei gelegentlichem Sodbrennen bringen z.B. die so genannten Antazida, die in Form von Tabletten, Kautabletten, Gels oder Pulver in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind. Sie neutralisieren die Säure und unterstützen die Schutzmechanismen der Magenschleimhaut.
Nicht mehr harmlos - und auch nicht mehr durch Selbstmedikation zu behandeln - ist Sodbrennen dann, wenn die Beschwerden regelmäßig auftreten. Denn in Folge der permanenten Reizung durch die Magensäure kann es zu einer chronischen Entzündung in der Speiseröhre und im fortgeschrittenen Stadium dann zu Geschwüren, narbigen Verengungen und sogar zu Speiseröhrenkrebs kommen. Wer also ständig Sodbrennen hat, sollte unbedingt zum Arzt gehen, der nach gründlicher Untersuchung dann eine entsprechende Therapie einleiten wird.

Wodurch es zu Sodbrennen kommt, ist nicht immer eindeutig zu klären. Es gibt aber bestimmte Faktoren, die das Risiko erhöhen. Üppiges, zu fettes und zu süßes Essen, Kaffee, Alkohol und Nikotin gehören dazu. Übergewicht und enge Kleidung erhöhen den Druck auf den Bauchraum und begünstigen so einen Rückfluss von saurem Speisebrei. Auch Stress und Hektik können einem "sauer aufstoßen". Gerade bei ständigem Sodbrennen ist jedoch sehr häufig eine Schwäche des Schließmuskels am Mageneingang die entscheidende Ursache.
Wenn sie zu Sodbrennen neigen, sollten Sie auf Folgendes achten:

  • Verzichten sie auf üppige, fettreiche und stark gewürzte Speisen, da zu deren Verdauung besonders viel Magensäure freigesetzt wird.
  • Viel bekömmlicher als drei große sind fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten am Tag. Gut gekaut ist halb verdaut - bei Neigung zu Sodbrennen gilt das ganz besonders.
  • Essen sie nicht später zu Abend als zwei Stunden vor dem Schlafengehen. So beugen sie nächtlichen Beschwerden vor.
  • Schwarzer Tee, Kaffee und Cola können die Magenschleimhaut reizen. Genießen sie diese Getränke deshalb sehr maßvoll. Zurückhaltung empfiehlt sich auch bei Zitrusfrüchten, säurehaltigen Obstsäften und kohlensäurehaltigen Getränken.
  • Verzichten sie auf Alkohol, vor allem, wenn sie längere Zeit nichts gegessen haben. Ein Aperitif, der die Magensäureproduktion vor einer Mahlzeit ja gerade anregen soll, ist für sie nicht das Richtige.
  • Hören sie auf mit Rauchen! Nikotin wirkt sich negativ auf die Funktion des Schließmuskels am Mageneingang aus.
  • Tragen sie keine engen Gürtel, Hosen oder Röcke. Sie erhöhen den Druck auf den Magen und damit auch das Risiko, dass saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt.
  • Nicht nur enge Kleider, auch Fettpölsterchen am Bauch drücken auf den Magen, wer Gewichtsprobleme hat, sollte versuchen, ein paar Kilo abzunehmen.
  • Beugen sie sich, wenn sie z.B. etwas aufheben wollen, nicht zu tief nach vorn. Gehen sie dabei lieber mit geradem Rücken in die Hocke.
  • Im Liegen steigt die Magensäure besonders leicht in die Speiseröhre. Stellen sie deshalb das Kopfende des Bettes hoch, oder benutzen sie ein zweites Kopfkissen.
  • Versuchen sie etwas weniger hektisch zu leben. Wenn das in ihrem beruflichen Alltag nicht möglich ist, sollten sie zumindest "Freizeitstress" vermeiden.

Therapie mit Antibiotika

Im Jahre 1928 machte der britische Bakteriologe Alexander Fleming eine bedeutende Entdeckung: Er bemerkte, dass ein Schimmelpilz, der sich wohl eher zufällig in sein Labor verirrt hatte, das Wachstum bestimmter Bakterienkulturen hemmte.

Diese Beobachtung hatte bahnbrechende Folgen. Zwölf Jahre später konnte aus diesen Pilzen Penicillin isoliert und damit das erste Antibiotikum gewonnen werden. Von nun an hatte man eine wirksame Waffe gegen Infektionskrankheiten - die bis dahin häufigste Todesursache in Europa.
Seit damals wurden Antibiotika stets weiterentwickelt. Heute gibt es verschiedene Gruppen, die sich in ihrer Wirkung, Herkunft und chemischen Struktur unterscheiden. Deshalb können sie sehr gezielt eingesetzt werden. Aus der Therapie von bakteriellen Infektionskrankheiten sind sie nicht mehr wegzudenken. (Gegen Viren sind sie allerdings machtlos; eine viral bedingte Atemwegsinfektion wie ein banaler Schnupfen lässt sich damit nicht behandeln.)

Manche Patienten scheuen aber davor zurück, Antibiotika anzuwenden. Immer wieder auftauchende Meldungen über unerwünschte Wirkungen wie etwa allergische Reaktionen haben für Verunsicherungen gesorgt.
Allergische Reaktionen sind zwar möglich, treten aber relativ selten auf. Bei Penicillin kommt es z.B. in 0.5 bis 2% der Fälle dazu, bei anderen Antibiotika noch seltener. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Magen - und Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall.
Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder sogar Lebensmitteln sind nicht auszuschließen. Deshalb muss der Arzt wissen, welche Medikamente der Patient sonst noch nimmt, ehe er ein Antibiotikum verschreibt. Und ein Patient, der eine Antibiotikatherapie macht sollte auf alle Fälle mit dem Arzt bzw. dem Apotheker sprechen, bevor er zu einem weiteren Arzneimittel greift.

Bestimmte Antibiotika (Tetracycline und Gyrasehemmer) haben eine erheblich verminderte Wirksamkeit, wenn sie zusammen mit Milch, Joghurt, Käse und Quark eingenommen werden. Zwei Stunden Abstand sollten mindestens zwischen Milchverzehr und Antibiotikaeinnahme liegen. Während man mit Gyrasehemmern behandelt wird, sollte man auch generell auf Kaffee, Tee und Cola verzichten. Das Medikament verstärkt die anregende Wirkung von Coffein, was zu Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, heftigem Herzklopfen u. Ä. führen kann. Insbesondere Patienten, die zu Krampfanfällen neigen oder an Herzrhythmusstörungen leiden, sollten in dieser Hinsicht vorsichtig sein. Auch auf Alkohol verzichtet man besser, wenn man ein Antibiotikum einnimmt.

Von besonderer Wichtigkeit ist, dass man sich an die verordnete Einnahmedauer hält. Viele Patienten brechen die Therapie vorzeitig ab, weil sie sich schon nach eins, zwei Tagen wieder besser fühlen. Da die Erreger aber noch nicht endgültig besiegt sind, kann es leicht zu einem Rückfall kommen, und die Gefahr für Folgeerkrankungen steigt.

Auch Resistenzen können sich auf diese Weise leicht bilden: Die nicht ganz unschädlich gemachten Erreger verändern sich und sprechen in Zukunft nicht mehr auf das Antibiotikum an. Eine Behandlung wird dadurch immer schwieriger.

Wie bei allen anderen Medikamenten empfiehlt es sich auch bei einem Antibiotikum, vor der Anwendung sorgfältig den Beipackzettel zu lesen. Falls danach noch irgendetwas unklar ist, sollte man am besten noch einmal mit dem Arzt oder Apotheker sprechen.

Sind nach einer Antibiotikabehandlung noch Reste des Medikaments übriggeblieben, so darf man sie keinesfalls an kranke Bekannte mit vergleichbaren Symptomen weiterreichen. Und auch, wenn man selbst später noch einmal auf ähnliche Weise erkrankt, sollte man nicht auf eventuelle Restbestände zurückgreifen. Eine Antibiotikabehandlung muss immer vom Arzt angeordnet werden.

Verstopfung

Nicht jeder, der über Verstopfung klagt, hat auch eine. Die Annahme, dass man einmal täglich Stuhlgang haben müsse, ist ebenso weit verbreitet wie falsch. Wie oft jemand "muss", ist nämlich im Einzelfall sehr unterschiedlich. Und das, was bei der Verdauung als normal gilt, reicht von 3-mal täglich bis 3-mal wöchentlich. Medizinisch gesehen liegt eine Verstopfung erst dann vor, wenn es - und zwar über einen längeren Zeitraum - seltener als alle zwei bis drei Tage zu einer Darmentleerung kommt, der Stuhl zu hart ist und nur unter starkem Pressen abgeht oder man das Gefühl hat, dass die Entleerung nicht vollständig war.

Wenngleich eine Verstopfung in der Mehrzahl der Fälle glücklicherweise harmlos ist, unangenehm ist sie allemal. Und ihre Begleiterscheinungen - Blähungen, Völlegefühl, Mattigkeit - können das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.

Darmträgheit kann viele Ursachen haben. Hormonumstellungen, verschiedene Krankheiten, Alterungsprozesse oder spezielle Medikamente können eine Verstopfung begünstigen oder auslösen. Sehr häufig sind es aber unsere ungesunden Lebensgewohnheiten - falsche Ernährung, Stress, Mangel an Bewegung -, die den Darm träge machen.
Eigentlich liegt damit auch schon auf der Hand, was wir dagegen tun können: Wir müssen unseren Lebensstil verdauungsfreundlicher gestalten. Im einzelnen bedeutet das:
  • Essen sie viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Die darin enthaltenen Ballaststoffe quellen im Darm auf, erhöhen das Darmvolumen und fördern so die Darmbewegung.
  • Meiden sie stopfende Nahrungsmittel wie z.B. Bananen, Schokolade und Schokoladenprodukte, Kakao und schwarzen Tee. Verzichten sie auch auf stark gezuckerte Speisen und Back- und Teigwaren aus hellem Mehl. Säurehaltige Lebensmittel (z.B. saures Obst, Sauerkraut, Essig, Joghurt und Buttermilch) wirken dagegen anregend auf die Darmtätigkeit.
  • Essen sie in Ruhe und mit Genuss. Und kauen sie dabei gründlich.

Trinken sie mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Flüssigkeit vermehrt den Darminhalt, hält ihn weich und fördert so den Transport des Speisebreis. Am besten geeignet sind Mineralwasser, Saftschorlen, Kräuter- und Früchtetees.
Laufen, Treppensteigen, Fahrradfahren, Schwimmen - all das fördert die Darmmotorik. Schon ein bisschen Morgengymnastik oder ein täglicher Verdauungsspaziergang wirken sich positiv aus. Kurz: Bringen sie mehr Bewegung in Ihren Alltag.
  • Normalerweise signalisiert uns der Darm, wenn er sich entleeren möchte. Reagieren sie darauf! Auch wenn’s vielleicht gerade nicht "passen" sollte. Unterdrücken wir dieses Signal, staut sich der Darminhalt. Passiert das häufiger, ist eine Verstopfung fast vorprogrammiert.
  • Erziehen sie Ihren Darm zur Regelmäßigkeit. Gehen sie immer zu einem bestimmten Zeitpunkt auf die Toilette. Bei den meisten Menschen tritt der Verdauungsdrang in den Morgenstunden auf. Auch wenn sich der Erfolg nicht gleich einstellt - irgendwann klappt’s dann doch. Versuchen sie jedoch keinesfalls, eine Entleerung durch starkes Pressen zu erzwingen, da dadurch die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigt werden kann.

  • Auch die Anwendung von Faser- und Quellstoffen wie Hafer- und Weizenkleie sowie Lein- und Flohsamen kann die Darmtätigkeit unterstützen. Diese Mittel vergrößern die Stuhlmenge und steigern die Transportgeschwindigkeit des Darminhalts. Sie müssen aber immer zusammen mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sie verklumpen und das Problem nur verstärken.
  • Kurzfristig kann auch die Einnahme eines milden Abführmittels sinnvoll sein. Lassen sie sich von unserem Apotheken-Personal beraten. Eine längerfristige Anwendung von Abführmitteln sollte jedoch nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Wenn die Änderungen im Lebensstil keine Verbesserung der Beschwerden bringen ist es generell ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Unbedingt einen Arzt konsultieren sollte man, wenn Schmerzen, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Fieber hinzukommen, Schleim oder Blut im Stuhl auftreten und wenn sich Verstopfung und Durchfall häufig abwechseln.

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